Haere Mai, New Zealand
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Auckland – Whangerei – Pahia – Dargaville – Helensville – Auckland – Thames |
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Sechs Tage | |
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1000 km | |
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Ø 167 Km/Tag: | |
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Schnorcheln im Goat Island Marine Reserve, Erkunden der Abbey Caves, Delfine und die Bay of Islands, Tee am Ninety Mile Beach, Bongo unsere Perle am Strand |
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Milch. Aber kein Kaffee. Und dann auch noch Kaffee – ohne Milch… |
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Blue Mountains
Die harschen Wellen der Tasman Sea brechen und überschlagen sich selbst. Aufgewirbelte Schaumkronen rollen auf den endlos weiten Strand zu. Menschenleer. Die Profile der Allradwagen-Raeder im Sand verschwimmen langsam durch das Meerwasser. Im ewigen Hin und Her kommen und gehen die Wassermassen, rollen über den 90 Mile Beach und hinterlassen eine unvergessliche Geräuschkulisse. Das Rauschen der rauhen See übertönt die fremd anmutende Maori-Musik, die aus dem Radio klingt. Ich sitze auf dem Beifahrersitz von Bongo. Laut und genüsslich schlürfe ich an meinem heißen Tee und beiße in den viel zu harten Choc Chip Cookie. Ich lasse mich fallen. Far North. Im fernen Norden Neuseelands. Angekommen am Ninety Mile Beach – 90 Meilen Strand. Angekommen in Neuseeland. Und unterwegs. Andreas hat unser neues Auto perfekt geparkt: Vor und hinter uns endloser Sand, rechts Dünen, links das rauschende Meer. Es ist Donnerstagmorgen und wir sind den dritten Tag unterwegs. Drei unvergessliche Tage. Willkommen Neuseeland. Haere Mai.
Eigentlich wollten Andreas und ich Neuseeland mit dem Fahrrad erkunden. Andreas hatte diesen Geistesblitz und nach einer Woche Reisen bin ich sehr froh, dass wir das Hirngespinst in Australien gelassen haben. Wie soll man also reisen durch ein Land, das flächenmäßig ein Bruchteil Australiens ist und trotzdem eigentlich kaum anders als mit dem Auto zu bereisen ist? Bei nur 4 Millionen Einwohnern ist der Öffentliche Personennahverkehr nicht erwähnenswert, viele Orte gar nicht erst mit Bussen oder Zügen zu erreichen. Recht schnell war uns schon in Australien klar, dass wir für Neuseeland ein Auto brauchen würden. Und weil Mieten verglichen mit Kaufen für sechs Wochen recht teuer ist und man ein gekauftes Auto am Ende ja theoretisch wieder verkaufen kann und etwas Geld kassiert, haben wir uns für kaufen entschieden. Andreas hat im Vorfeld schon im Internet nach Autos gesucht und hatte daher recht schnell einen guten Riecher dafür ob ein Angebot gut oder schlecht war.

Einkaufen... Auto kaufen... In Neuseeland schmeissen die meissten Geldautomaten nur die gruenen Scheine raus... $20... Und entsprechend "viel"Geld hatten wir auch...

Einkaufen... Auto kaufen... In Neuseeland schmeissen die meissten Geldautomaten nur die gruenen Scheine raus... $20... Und entsprechend "viel"Geld hatten wir auch...
Sonntag, 10. Januar 2010 und Montag, 11. Januar 2010
Sonntagvormittag verbrachten wir am Car-Markt. Jeden Sonntag kann man in Auckland an einem bestimmten Parkplatz sein Auto zum Verkaufen anbieten. Dies machen ebenfalls zahlreiche Backpacker und so konnten wir uns einen guten Überblick verschaffen. Als wir Sonntagnachmittag durch die Stadt schlendern, kommen wir an einem schnuckeligen Van vorbei, an dem drei Mädels just in dem Moment “Zu Verkaufen”-Schilder an die Scheibe kleben. Nach einem kurzen Schnack mit Hanna, Patrycia und Ina (alle drei selbst verständlich aus Deutschland), einer Probefahrt, einem Car-Test am Montag und einigen Verhandlungen hat das Auto gegen 10 Uhr 37 Ortszeit am Montag uns gehört. Mehr Glück als Verstand und grünes Licht vom Mechaniker. Selten habe er so einen mechanisch guten Backpacker-Wagen gesehen.
Fertig! Nach einem Marathon durch Geschäfte geht die Reise abends endlich los: Der Nordzipfel der Insel steht auf dem Programm und zuerst ging es die sehr touristische Ostküste hoch. Auf der Google-Mappe im oberen Bereich dieses Eintrags kann man sich die Route genau ansehen. In Orewa haben wir Bongo gebührend in unserer Welt begrüßt: Mit Sekt, einem traumhaften Blick auf die Bucht und dem offenen Schiebedach: Bongo ist in der Tat eine Perle. Mit acht Sitzen ist er kein richtiger Backpacker-Van, doch die zwei Hintersitzreihen lassen sich wunderbar zu einem Bett umklappen. Bongo ist 1994 zur Welt gekommen und hat erst rund 200.000 km hinter sich – das ist nichts auf dieser Seite der Erde. Die Highlights: Ein riesiges, elektrisches Sonnendach, elektrische Fensterheber und eine Servolenkung. – Ein Traum. Und genau richtig für sechs Wochen reisen!
Dienstag, 12. Januar 2010
Jeden Tag ein Highlight? Dienstag darf ich mit der Unterwasserwelt Bekanntschaft machen. Im Goat Island Marine Reserve gehe ich eine Runde schnorcheln: Schwimmen mit riesigen Fischen, vorbei an braunen Unterwasserwiesen und -wäldern. Kleine blaue Fische die mit Mordstempo an mir vorbeischwimmen, schwarz-weiß gestreifte Kollegen, die die schroffen Felsen im Wasser anknabbern. Auch wenn es unter Wasser ziemlich kalt war, weil sich Wolken immer wieder vor die Sonne geschoben haben, war das ein schöner Einstieg in den Tag. In Mangawhai Heads trifft das Hinterland den Strand: Beim Strandspaziergang in dem verschlafenen Ort merke ich schnell, dass die Vegetation hier doch unterschiedlich zu der in Australien ist. In den vergangenen sechs Monaten, die ich in Australien gelebt habe, habe ich das nicht erlebt: Hügel und kleine Berge, deren Tal quasi die Dünen oder der Strand sind. Und auch die Straßen hier sind – wie soll man sagen? – fast eintöniger!? Im Positiven. Die Straße schlengelt sich die Küste rauf und runter, mal scharf links, dann wieder rechts, links, links, rechts, rauf, runter… Abends wird der Sonne bei Whangerei auf dem Mount Parihaka gute Nacht gesagt.
Mittwoch, 13. Januar 2010
Viele der touristischen Highlights in New Zealand sind Magnete, die die Menschenmassen nur so anziehen. Die Bay of Islands, die wir am Mittwochnachmittag erforschen ist ein Beispiel. Doch zuvor machen wir – ganz alleine und untouristisch – die Abbey Caves in Whangerei unsicher. Kaum ausgeschildert und kaum beworben kommt man durch kleine Schlängelstraßen zu einem quasi Parkplatz mit einem selbst gemalten Schild: „Abbey Caves“. Der Weg zu den Höhlen geht über Felder und Wiesen, vorbei an uralten mit Moos bewachsenen Bäumen, an Felsen und Steinbrocken entlang, über Zäune, vorbei an wiederkäuenden Kühen. Mit unseren Kopflampen bestückt klettern wir in die erste Höhle. Ein tiefschwarzer Schlauch, schroffe Felsbrocken überall um uns herum – kein Ende in Sicht. Wir steigen in die Höhle und schalten unsere Lampe an. Die Höhle ist rötlich-grau-braun und von der Decke tropft unentwegt Wasser. Langsam bahnen wir uns einen Weg über die von der Decke gefallenen Steine, springen über Wasserpfützen und kleine Rinnsäle, ducken uns, erklimmen kleine Felsen um nicht zu nass zu werden. Wir drehen uns um: Der Eingang der Höhle ist hinter den zwei Ecken, um die wir gegangen sind, verschwunden. Stockfinster. – Nicht ganz. Als Andreas und ich die Lampen ausschalten und unsere Augen sich an die Finsternis gewöhnen, leuchten kleine Sterne an der Felsdecke auf: Wie ein Sternenzelt werden immer mehr Glühwürmchen sichtbar, fast wie nur für uns installiert. Natürlich ist das nicht der Fall. Wir fragen uns sowieso, wann das letzte Mal jemand in diese Höhlen gestiegen ist. Menschenleer sind auch die zwei weiteren Höhlen, die wir ersteigen: Traumhaft. Andreas entdeckt plötzlich einen Aal im Wasser, der sich an uns vorbeischlängelt. Wann hat dieser Aal – HAT dieser Aal jemals Licht gesehen? Wir konzentrieren uns jetzt auf den kleinen Bach, der an uns vorbeiläuft, das Wasser gleitet ohne einen Laut langsam durch die Höhle. Kleine Fische und Krabben sind ganz irritiert von unserem Licht… Geht es hier um die Ecke? Oh, wir müssen uns ducken. Fast krabbeln wir nun durch einen natürlichen Tunnel, bis unsere Augen eine weitere große Höhle entdecken… Menschenleer. Nur wir. Natur. Pur…
Auf der anderen Seite der Nordinsel, im Westen bei Waitomo, kann man ähnliche Erfahrungen in Höhlen sammeln. Allerdings auf einer kommerziellen Tour mit zahlreichen Menschen, beleuchteten Gehwegen und weniger Action. Brauchen wir nicht.
Auf dem Weg zur Touristenmetropole Bay of Islands fahren wir an der Britney Spears der Wasserfälle vorbei. So zumindest nennt der Lonely Planet, unser geliebter Reiseführer, sie: Wahrscheinlich einer der am meisten fotografierten aber daher noch lange nicht schönsten Fälle… In Kawakawa (würde man diesen Ort auf polnisch aussprechen würde man sagen: KaffeeKaffee) besichtigen wir die öffentlichen Toiletten. Mit Kamera. Unsere voyeuristische Ader neu entdeckend, schiesse ich Fotos vom Pissior, dem Becken und dem Lokus – und die Toilettenbesucher sind nicht einmal geschockt. Der Vater, der mit seinem Sohn auf der Toilette ist, sagt: „Siehste, Sohn, die Touristen kommen aus der ganzen Welt, um die Toiletten zu fotografieren!“ – recht hat er. Denn der Architekt dieser öffentlichen Toiletten ist weltbekannt. Auch in Wien, Dresden und Osaka kann man die verspielte Architektur des Künstlers begutachten: Hundertwasser. Der für seine bunten und geschlengelten Häuser weltberühmte Hundertwasser hat die letzten Jahre seines Lebens in Kawakawa verbracht und als Dankeschön und Andenken die öffentlichen Toiletten und ein Café entworfen.
Nicht nur touristisch gesehen ist die Bay of Islands für Neuseeland wichtig. Hier hat Captain Cook im Oktober 1769 mit seiner Endeauvor angelegt und die Bay of Islands mit den Städten Paihia und Russel (die erste Hauptstadt Neuseelands) sind die ersten europäischen Siedlungen in Neuseeland. Historisch unglaublich von Bedeutung. Nun, was soll man sagen? Die Historie sparen wir uns für Städte wie Rotorua und Wellington – das touristische Highlight allerdings nehmen wir mit: Mit einem Katamaran auf Delfinsuche gehen, vorbei an traumhaften, grünen Inseln, wunderschönen Buchten und alles bei perfektem Wetter. Es dauert nicht lange bis uns die ersten Delfine am Horizont aus dem Wasser springend begrüßen. Eine kleine Gruppe von sechs Delfinen schwimmt plötzlich um unseren Katamaran, hautnah, fast zum Anfassen. Leider sind wir zu spät in Paihia angekommen und koennen daher die „Schwimmen mit Delfinen“-Tour nicht mehr buchen (holen das aber hoffentlich auf der Südinsel nach). Daher geniessen wir es den Delfinen beim Spielen vom Katamaran aus zuzuschauen. Ein weiteres Highlight der Tour: Das Hole in the Rock auf der Piercy Insel am Cape Brett. Die powervollen Wassermassen haben in jahrtausende langer Arbeit ein riesiges Loch in den Felsen gefressen – so groß, dass wir mit dem Katamaran einfach durchschippern koennen. Traumhaft. Bevor wir Festland unter den Füßen spüren, steht noch ein kurzer Inselbesuch an. Von einem Lookout auf der Insel mit dem exotisch klingenden Namen Urupukapuka koennen wir den enorm tollen Blick über die Inseln genießen. Abends geht es mit Perle weiter in den Norden Neuseelands, der so entfernt von Allem ist, dass er „Far North“, der ferne Norden, genannt wird. Aus dem Osten in den Westen, vorbei an der Doubtless Bay, die Cook so nannte, weil sie „ohne Zweifel eine Bucht“ ist. Ganz in den Norden wollen wir allerdings nicht. Das Cape Reinga ist gewiss schön – aber bei unserem engen Zeitplan hier im Norden leider nicht drin. Dafür aber der Beginn der Ninety Mile Beach, wo ich am Donnerstagmorgen genüsslich meinen Tee schlürfe.

Cruising in der Bucht der Inseln: Auf dem Schiff bekommen wir eine geschichtliche Einordnung und Einfuehrung
- Urupukapuka Insel
- Sehr spannend: Kommt ne Moewe geflogen – im gleichen Knoten-Tempo wie das Schiff…
Donnerstag, 14. Januar 2010
Vor über 2000 Jahren haben Ranginui, Vater Himmel, und Papatuanuku, Mutter Erde, einen Sohn zur Welt gebracht: Tane Mahuta, den Gott des Waldes. Tane hat die Eltern voneinander getrennt, ihre Verschlungenheit zerstörend, um Licht, Raum und Luft zu schaffen, damit Leben entstehen und gedeihen kann. Heute steht Tane Mahuta immer noch an der Stelle, wo er damals vor rund 2000 Jahren das Licht der Welt erblickt hat. Ein riesiger uralter Kauri-Baum, der älteste und größte lebende Kauri auf der Welt. Mit seinen 51,5 Metern Höhe und einem Stamm-Umfang von knapp 14 Metern wacht Tane auch heute noch über den Wald. Mindestens acht Menschen müssten mit ausgebreiteten Armen nebeneinander stehen, um Tane zu umarmen. Die Kauri Bäume sind auf der viel grüneren Westseite hier oben im Norden die Hauptattraktion. So touristisch, dass Schilder sogar in deutscher Sprache vor Gefahren warnen. Neben Mate, dem Gott des Waldes, besichtigen wir in dem Nationalpark auch Te Matua Ngahere, den Vater des Waldes, einen alten und ebenfalls riesigen Baum. Auf anderen Wanderwegen durch den dichten Wald gelangen wir zum Kauri Yakas in der Cathedral Grove und sehen die 4 Schwestern, die sich so nahe stehen, dass sie glatt zusammengewachsen sind.

Tane Mahute, der Gott des Waldes, 2000 Jahre alter Kauri-Baum an der Westkueste der neuseelaendischen Nordinsel
Zum Abend hin wird das Wetter leider immer schlechter, sodass wir bei diesig trübem Wetter am Baylys Beach übermutig sind. Der Strand ist bekannt für seinen sehr harten Sand, sodass man tendenziell auch mit einem normalen Auto auf den Strand fahren kann. Gelesen – getan. Schwupps, schon war Bongo, unsere Perle, am Strand. Jetzt bloß nicht die Reifen überdrehen lassen… In der Tat laeuft alles ohne Probleme, bis Andreas (der am Freitag Fahrer war) plötzlich merkt, dass die Raeder beim Fahren recht tief im Sand versinken. Weltmeisterlich lenkt er Bongo aber aus der Gefahrenzone. Kurz darauf sitze ich am Steuer um mich auszutoben. Mit 50 – 60 – 70 km/h geht es über den menschenleeren Strand – Adrenalin pur! Ein unglaublich tolles Gefühl über Sand zu düsen. Doch wie aus dem Nichts wird der Sand weicher und die Räder fressen sich tiefer in ihn. Schnell will ich wenden, um den Weg zurückzufahren, doch auf halbem Weg bleibt Bongo stehen. Zu tief haben sich die Räder in den Sand gebohrt, zu wenig Tempo habe ich beim Drehen drauf. Krawumm. Bongo am Strand. Festgefahren. Panik. Mit der Zeit im Nacken (es ist schon nach acht und die Sonne hinter den Regenwolken am Untergehen) und einem fast leeren Tank (mittlerweile auf Reserve…) stecken wir im menschenleeren Strand von Baylys im Sand fest – und keiner kann uns helfen – naja, weil einfach keiner da ist, an diesem menschenleeren Strand bei diesig truebem Wetter… Schnell springen wir beide aus dem Auto um mit der Hand die Räder freizuschaufeln. So gut es geht buddeln wir Bongo eine kleine Rampe: Gas gegeben und – noch fester gefahren. Anstatt dankenswerter Weise seinen Ar*** aus dem Sand zu bewegen, buddelt Bongo sich noch tiefer ein. DAS IST KEIN SPIEL! Jetzt bloß keine Panik! Schaufeln. Mit beiden Händen. Ruckizucki. Die Vorderreifen geradeaus, das Gaspedal gedrückt, die Kupplung kommen lassen. Überdrehende Räder, herumgewirbelter Sand. Keine Chance. Bongo sitzt fest. Rausspringen, freischaufeln, erneut versuchen. Fünf mal. Mindestens. Plötzlich bekommen wir Bongo frei und ich stoppe kurz auf dem harten Sand näher am Wasser. Andreas und ich – beide überglücklich – wechseln schnell die Plätze und machen die ersten Scherze über unser Abenteuer im Sand bis plötzlich eine starke Welle unser gesamtes Auto unterspült… Wie paranoid springen wir raus und schaufeln die Reifen frei, die dem mit Wasser ins Meer zurückrollenden Sand im Wege stehen wie Füße, mit denen man am Strand in den Wellen steht. Wasser überall, es ist schwer die Reifen frei von Wasser und Sand zu bekommen. Kaum fertig und zum Starten bereit kommt eine weitere große Welle und zerstört und unterspült erneut unsere Arbeit. Ich gebe meine Hoffnung auf, sehe Bongo schon im Meer von uns gleiten. Ich ziehe meinen Pullover aus, reibe mir kurz die Hände und fange erneut an zu Schaufeln. Das darf nicht alles sein, wir müssen – müssen! – Bongo hier raus bekommen. Es vergehen bestimmt fünf weitere nervenaufreibende Minuten, bis Bongo endlich den Kampf gegen den Sand gewinnt und wir frei kommen. So schnell hat wahrscheinlich noch nie jemand einen Van vom Strand zurück auf die Straße fahren sehen…
Freitag, 15. Januar 2010
Am Freitag fahren wir die letzten rund 150 km zurück nach Auckland. Ölwechsel, ein neuer Reifen und weitere organisatorische Dinge, Einkäufen, Internet und und und stehen an… Nach rund 1000 km größtenteils auf dem sogenannten Twin Coast Discovery Highway endet der erste Teil der Neuseelandreise. Nachdem wir zum letzten Mal auf einem Aussichtspunkt die Skyline Aucklands bewundern, brechen wir in den Süden auf: Durch tiefgrünen, gesättigten Wald schlengelt sich die Asphaltdecke. Über Hügel und Berge, links, rechts, rechts, scharf links bis ans Wasser, entlang bis Marinda. Hier beginnt der Pacific Coast Highway und der zweite Teil meiner Reise: morgen werden wir die Coromandel-Halbinsel besichtigen. Der zweite Teil wird uns bis in die Hauptstadt Wellington, ganz im Süden der Nordinsel bringen, wo wir in 7 oder 8 Tagen die Fähre auf die Südinsel nehmen werden. Doch bis wir dort ankommen sind, wird genossen. Kurz nach Thames, einer kleinen Stadt südlich von Auckland, parken wir unser Auto an der Küste. Die Coromandel-Halbinsel startet hier und der Highway verläuft ganz nah an der Küste, meist ist nicht einmal ein Meter zwischen dem Ozean und uns. Der kleine Platz unter dem alten Baum, an dem wir nun stehen, ist etwas breiter. Der Highway auf der einen und die harsche Brandung auf der anderen Seite. Ich sitze in meinem Stuhl, genieße meinen Kaffee und resümiere bei Sonnenuntergang über dem Meer den ersten Teil unserer Reise…

Unser letzter Schlafplatz des ersten Tripps - und der erste Schlafplatz des zweiten Teils unserer Reise... Leider ohne stativ fotografiert - und daher verschwommen...
Ein Fazit, schon jetzt? Gar nicht so einfach. Auf den Punkt gebracht dreht sich die Frage zurzeit doch vor allem darum, welches Land denn nun toller ist: Australien oder Neuseeland? Der Kampf ist nicht vorbei und bisher muss ich sagen, ist höchstens Gleichstand. Hier in Neuseeland habe ich bisher nichts gesehen, was ich in irgendeiner Form nicht auch in Australien schon gesehen habe. Das Paradies, gewiss. Es ist traumhaft und wunderschön. Aber eben bisher noch nicht außergewöhnlich anders oder besser als Australien. Ganz im Gegenteil erinnert uns unglaublich viel an Australien. Seien es die Straßenschilder, die zahlreichen gleichen Geschäfte, der Linksverkehr oder die Sprache. Ja, wenn man es nicht besser wüsste, könnte man andauernd denken, dass man in Australien ist…
































































































[...] Aktuell: Weit entfernt. Im Norden. [...]
Nice photo Peter .. altho I only understand bits and pieces of ur blog .. but i kinda enjoy it
awesome!
Thanks, Myra!
Hope you’ll enjoy the rest of it… I keep you posted!
See you later…
[...] eindrucksvoll die einzigartige Natur und bewundernswerte Schoenheit dieses majestaetischen Landes: Weit entfernt im hohen Norden hat die Reise begonnen, bevor wir am oestlichsten Punkt der Erde den Tag als erste Menschen dieses Planeten beginnen [...]