New ZOOland
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Invercargill – Catlins – Dunedin – Otago Peninsula – Dunedin – Aoraki/Mt. Cook – Christchurch |
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Fuenf Tage | |
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1322 km | |
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Ø 264 Km/Tag: | |
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Typisch Neuseeland: Schafe auf dem Highway, Nugget Point, McLean Falls, Oamaru |
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So nen Muell: Bongo unsere Perle hat nen Platten! |
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Blue Mountains
Ein surrealer Anblick. Auf einem volleyballgroßen Feld haben sie sich nun breit gemacht. Rund 50 Menschen. Verstreut, nicht nebeneinander. Sie winkeln ihre Beine an, einige umfassen die Unterschenkel, andere stützen sich mit ihren Armen hinter dem Rücken ab. Wie Sonnenanbeter schauen sie alle in eine Richtung. Doch die Sonne ist schon lange verschwunden. Vor einer Stunde oder so ist sie hinter den Bergen untergegangen. Die Augen der Menschen gewöhnen sich langsam an die Dunkelheit der von der Nachtfinsternis eingeholten Abenddämmerung. Trotzdem: Die Menschen sehen nichts. Stockfinster. Kein Licht. Keine Bewegung. Stille.
20 Minuten vorher standen sie noch an dem grünen Zaun – Gesicht Richtung Wasser. In zahlreichen Sprachen haben sie wahrscheinlich alle über das selbe gesprochen… Die Möwen in der Luft flogen Kreise über den Neugierigen und eine Robbe ist immer wieder auf- und abgetaucht. In der einsetzenden Dämmerung ist plötzlich das geschehen, was die meisten – schließlich alle – verstummen lies…
Und jetzt sitzen sie da, warten gespannt darauf, was passiert. Der Mann in der Ecke benutzt zum Fokussieren seiner Kamera ein Licht und wird sofort ermahnt – es ist sowieso viel zu dunkel. Kein Licht bitte! Und bloß keinen Blitz benutzen! Das macht sie blind und bringt sie um! Ungeduldig dreht sich schließlich ein kleines Mädchen zu ihrer Mama um und fragt auf Französisch: „Sind sie endlich angekommen?“ Pssssst!, ermahnt der Ranger nochmals. Ruhe! Keine Bewegung. Das wird sie sonst erschrecken.
Auch der Ranger ist vor 20 Minuten irgendwie aus dem Nichts aufgetaucht und hat die Schaulustigen zurechtgewiesen und gebeten, sich auf der Wiese zu platzieren und geduldig zu warten. Geduld. Und Ruhe.
Wie kleine U-Bötchen sind sie vor 20 Minuten aus dem Nichts im Wasser nahe des Ufers aufgetaucht. Zehn. Vielleicht fünfzehn. Zielstrebig schwommen sie in Richtung Ufer und – plitsch platsch – stiegen gekonnt auf die Steine. Watschelnd, so klein, dass sie in der Dunkelheit kaum zu erkennen sind: Zwergpinguine, die in der einsetzenden Dämmerung an Land zu ihren Nestern kommen.
Doch nicht nur die Menschen, die nun gebannt auf der Wiese am Ufer unter Aufsicht des Rangers auf das Naturereignis warten, wussten dass die Pinguine kommen. Aus allen Ecken schreien nun kleine Pinguinbabys, die den ganzen Tag über in den Nestern ausgehockt haben, während ihre Eltern im Ozean nach Fischen tauchten. Die Babys wissen genau, dass die Show mit der untergehenden Sonne beginnt. Hungrig wie Wölfe schreien sie sich die Kehle aus dem Hals!
Ich schlürfe den letzten Schluck Kaffee aus meiner Tasse, den Fotoapparat schon lange zur Seite gelegt. Eben habe ich mit extrem empfindlichen Einstellungen noch ein Testbild geschossen aber es ist viel zu dunkel und ich habe sowieso kein Stativ. Andreas sitzt schräg vor mir, neben mir der Mann aus Spanien, der in München wohnt. Seine Frau aus Rumänien, die jetzt vor mir sitzt, hat mir das heute am Nugget Point, einem Aussichtspunkt auf den Ozean, erzählt. Ich schoss dort ein Foto von dem Pärchen, das zurzeit auf Flitterwochen in Neuseeland ist. Man trifft sich hier oft mehrmals am Tag, weil die meisten Touristenströme in ein und die selbe Richtung unterwegs sind. Hinter mir sitzen Lisa und Emil aus Schweden. Die beiden 19-Jährigen lernten wir vor zwei Stunden kennen als wir nach Albatrossen in der Luft Ausschau hielten.
In der Dunkelheit der Nacht konzentriere ich mich mehr auf meine anderen Sinne: Die Luft riecht nach salzig kaltem Ozean, die Schreie der Pinguinbabys werden nur von dem Gekrächze der Möwen unterbrochen. Wellen brechen über den Steinen der Küste. Natur scheint so übermächtig hier. So faszinierend. Noch nie war warten so aufregend und wunderschön zugleich. Immer mehr Sterne erscheinen am Himmel. Ich bin gespannt und aufgeregt: Werden sie an mir vorbei gehen?
Emil hat uns das vorher schon erklärt. Er war gestern ebenfalls hier – weiß also schon was passiert: Wenn die Menschen ruhig sitzen und sich nicht bewegen, dann laufen die Zwergpinguine ganz nah an ihnen vorbei zu den Nestern der Kleinen, die mit hungrigen Mäulern irgendwo in unseren Rücken kreischen.
Plötzlich tauchen zwei, vielleicht drei, Pinguine auf. Sie laufen weit vor mir an anderen Menschen vorbei. Ich bin eifersüchtig. Will auch. Auf einmal sehe ich zwei weitere Pinguine, sie watscheln in unsere Richtung. Adrenalin pur. Die kleinen Dinger sind unheimlich süß! Doch sie entscheiden sich erneut gegen mich und laufen ganz nah an Andreas vorbei. Ich bin mir nicht sicher, was er in diesem Moment fühlt. Er bleibt ganz ruhig sitzen und bewegt sich nicht.
Habe ich mich vielleicht anfangs bewegt? Rieche ich anders? Ist es meine Kaffetasse? Oder die Kamera auf dem Boden? Oder ist es einfach nur Zufall, dass die Pinguine nicht an mir vorbei gegangen sind?
Wie aus dem Nichts, aus der Dunkelheit der Nacht, tauchen zwei weitere Zweibeiner auf: Sie watscheln schnurrstracks auf mich zu. Vollkommen. Natürlich. Unbeschreiblich. Schön. Ganz nah vor meinen Füßen bleiben sie stehen. Einer rennt links, der Andere rechts an mir vorbei. Stopp. Sie bleiben stehen. Mein Körper ist voll von Endorphinen. Ich möchte vor Glück schreien. Meine Mundwinkel tuen vom stummen Lachen vor Glück weh. Die Pinguine drehen sich um und laufen direkt vor mir wieder aufeinander zu. Sie entscheiden sich schließlich gemeinsam rechts an mir vorbei zu gehen. Zehn, vielleicht 15 cm von mir entfernt laufen zwei wunderschöne Kreaturen in freier Wildnis an mir vorbei, schnurrstracks, geradeaus. Mami und Papi. Sie waren den ganzen Tag lang fischen, jetzt bringen sie die Beute zu ihren Kleinen…
Glück und Freude können so unbeschreiblich schön und erfüllend sein, dass die einzigen Worte, die man über die Lippen bringen kann nur ein gestümmeltes „Oh mein Gott“ ergeben. Sich in dem Moment zu konzentrieren und die Worte nicht laut zu schreien ist so schwer. Ich schaue die Rumänin an, die überglücklich ihre Lippen ohne Ton ebenfalls zu einem „oh my god!“ formt. Hinter mir leuchten die glücklichen Augen Emil’s, der mit breitem Grinsen langsam und sanft seine Hand in meine Richtung hebt: Daumen hoch!
Noch nie hat mich Natur im tiefsten Herzen so glücklich gemacht und berührt. Zum Greifen nah an mir vorbei sind gerade zwei wunderschöne Pinguine vorbei in Richtung Nest zu ihren Kleinen gewatschelt. Vollommen. Natur. Wunderschön. Der Moment gehört mir.
Freitag, 5. Februar 2010
Ich bin echt traurig. Den blauen Himmel habe ich heute genau eine Minute lang gesehen und selbst dann war es nur ein kleiner blauer Fleck im Himmelsgrau. Der Südpol ist immer noch mehr als 4000 Kilometer weit entfernt, obwohl ich schon am südlichsten Punkt der Südinsel Neuseelands bin. Doof. Die Gegend ist langweilig, die Straßen führen kilometerlang nur geradeaus. Und Invercargill lädt in der Tat nur zum Weiterfahren ein. Davon abgesehen war der Tag heute so ein bisschen wie Zoo und Safari zugleich: Bei schlechtem Wetter raus aus Invercargill sind wir nun in der Gegend, die Catlins genannt wird und erneut ein bisschen an die Great Ocean Road erinnert: Plattes Land trifft auf Klippen, die in die raue See stürzen. Nur irgendwie langweiliger als all das, was wir schon sahen. Gestoppt wird am Waipapa Point mit dem Leuchtturm und der ersten monströsen Begegnung: Ein riesiger Seelöwe liegt am Strand und hält Mittagsschlaf. Wir wagen uns nah an den Koloss, der schließlich sogar für die Kamera post.

Ein bisschen noch: Der Suedpol ist hier am suedlichsten Punkt der Suedinsel Neuseeland "nur noch" 4803 km entfernt. Augen zukneifen... Ah, da ist er ja!
Den Stopp in der Porpoise Bucht haben wir eigentlich eingelegt, um Hector Delfine zu sehen, die in dieser Bucht wohnen. Leider sind wir ein bisschen zu spät angekommen, denn angeblich sind 15 Minuten vor unserer Ankunft noch drei oder vier von ihnen nahe des Ufers ihre Bahnen geschwommen. Im Wasser entdecken wir schließlich eine Seelöwin, die gerade an Land – den Strand an dem wir stehen – kommen will.
Ich ziele mit meiner Kamera und schieße ein Foto nach dem anderen als meine neue Freundin plötzlich schnurrstracks auf mich zuläuft und mich nach hinten vertreibt. Vielen Dank, das habe ich verstanden. Dein Revier.
Weitere Schaulustige sind mittlerweile am Strand und irgendwie findet das die Seelöwin nicht zum Lachen.

Das sieht richtig suess aus auf diesem Foto. Von Wegen. Mit Anlauf und Mordstempo ist die Seeloewin geradeaus auf mich zugelaufen... Das Herz rast.
Mit Anlauf vertreibt sie uns alle die Düne hoch auf den Parkplatz – und wenn das nicht schon genug Schrecken und Gelaufe ist: Sie robbt die Düne hoch, um auch auf dem Parkplatz ein bisschen aufzumischen.
Schließlich wälzt sie sich ins Gras, dreht sich von Links auf Rechts und lässt sich von den neugierigen Touris fotografieren, die an ihr vorbei kommen. Noch Fragen, wer hier der Boss ist?
Auf der anderen Seite der kleinen Halbinsel, in der Curio Bucht, erforschen wir nachmittags 170.000.000 (Millionen!) Jahre alte Baumstämme. Fossile Baumstämme aus aaaaaalten Zeiten. Während wir noch überlegen, ob wir bis zur Abenddämmerung warten, um die Gelbaugenpinguine zu beobachten, die hier angeblich abends an Land kommen, um zu ihren Nestern zu gehen, zeigt sich die Antwort am Horizont: Ungewöhnlich für diese Uhrzeit kommt schon jetzt ein Pinguin an Land und watschelt in Richtung Nest, vorbei an zahlreichen Fotohungrigen, die sich erschreckend akkurat benehmen, Abstand halten und das Naturspektakel genießen.

Zu suess im wahr zu sein. Ein Pinguin kommt am helligten Tage aus dem Wasser gewatschelt und geht Richtung Nest. Ein solches Spektakel gibt es selten bei Tageslicht zu beobachten. Ene Besuch im Zoo...

Zahlreiche Schaulustige fotografieren das Spektakel und benehmen sich dabei unglaublich vernuenftig. Niemand scheint dem Pinguin zu nahe zu kommen. Sein Habitat wird von allen respektiert.
Es war gut, den Strich zwischen dem vierten und dem fünften Reiseabschnitt in Invercargill gezogen zu haben. Hat mich im letzten Abschnitt die Natur noch völlig umgehauen – mit einem Wow-Moment nach dem Anderen – ging es nach Invercargill bisher durch „langweiliges“ Farmland und an einer nur in Teilen atemberaubenden Küste erst in Richtung Osten und jetzt langsam nördlich an der Ostküste. Nur in Teilen atemberaubend – wie das klingt. Aber es ist die traurige Wahrheit. Nach soooo viel Paradies der letzten Tage verblasst die Schönheit dieser Tage zu alltäglichem Reisen. Dabei erleben wir in den ersten drei Tagen diesen Abschnittes ZOOseeland. Vor allem die maritimen Tiere zeigen sich von der besten Seite – und in nie zuvor gesehener Vielfalt. Aber nicht nur die: Auch das Nationaltier der Neuseeländer erscheint endlich in großer Menge. Unglaublich dieser Anblick: In weiter Ferne vor uns auf dem Highway sehen wir einen riesigen Mobb Schafe die Straße hinunterlaufen. Hunderte, vielleicht Tausende sind es. Ein Farmer muss sie von einem Feld auf ein anderes bringen und anscheinend ist die Straße dafür das beste Mittel. Zwar können Autos an den ziemlich schreckhaften Schafen vorbei fahren, aber es sind so viele, dass es mindestens 20 Minuten dauert, bis wir an allen Wollbeinern vorbeigedüst sind…
Die McLean Falls nehmen uns nach so viel Zoo abends schließlich den letzten Atem, sodass wir mit Reizen übersättigt und glücklich an einem Aussichtspunkt über das Meer ankommen, Anders und Linnea kennenlernen, zwei nette Schweden die auch in einem Bulli reisen, und einen tollen und gemütlichen Abend verbringen. Einschlafen mit dem Wellenrauschen – ich freue mich auf den Morgen.
Samstag, 6. Februar 2010
Die schöne Catlins-Gegend präsentiert uns an diesem sonnigen Samstag Matai, Horseshoe und Purakaunui Wasserfälle sowie Jack’s Blowhole, einen ziemlich großen vom Meerwasser geschliffenen Krater, der rund 200 Meter von der Bucht entfernt im Inland und durch einen natürlichen Tunnel mit dem offenen Ozean verbunden ist. Der Nugget Point mit seinen schroffen Felsen im Wasser ist ein fantastischer Fotospot und der Tunnel Strand, an den man nur gelangt, wenn man durch einen in den Kalkstein von Menschenhand geschlagenen, engen Tunnel geht, erinnert unglaublich an die London Bridge an der australischen Great Ocean Road.
Das Highlight in Dunedin – so lehrt uns der Lonely Planet – ist das Verlassen der Stadt. Nach Internet- und Supermarkt-Stopp nehmen wir unseren geliebten Reiseführer beim Wort und verlassen die Stadt sofort in Richtung Otago Peninsula. Die Straße schlengelt sich gefährlich nahe dem Wasser in Richtung Halbinselspitze, wo uns Albatrosse in der Luft begrüßen. Wir lernen Emil und seine Freundin kennen, die uns von den Pinguinen erzählen und warten gespannt auf den Sonnenuntergang…
Sonntag, 7. Februar 2010
Der heutige Sonntag ist der erste Tag seit langem, an dem ich weder Pulli, noch lange Hose, noch dicke Socken oder Schuhe ausgezogen habe. Stark bewölkt hat die Sonne sich hinter der grauen, trüben Masse über uns versteckt – trüb aber trotzdem toll.
Der Rückweg aus dem Otago Peninsula führt uns erneut durch Dunedin, wo wir kurz stoppen, um den architektonisch interessanten Bahnhof und die angeblich steilste Straße der Welt anzuschauen. Vorbei an riesigen Murmel-Steinen am Strand, alten Maori-Malereien im Fels, noch viel älteren Walknochen-Fossilen und Steinen, die nicht mal beim Zukneifen der Augen an Elefanten erinnern obwohl sie so heißen, in Richtung Mt. Cook. Langsam. Angekommen an einem der zahlreichen Stauseen, Lake Aviemore, die insbesondere zur Stromgewinnung genutzt werden, wird an diesem bewölkten Sonntag schon am frühen Abend der Motor ausgestellt und auf besseres Wetter am morgigen Tag gehofft.

Baldwin Street, Neuseeland. Angeblich die steilste Anwohnerstrasse in der Welt. Bongo schafft es... ...nicht ganz rauf!
Einzig erwähnenswert sei das unerwartet tolle Örtchen Oamaru mit seinen vielen alten Gebäuden, dem langsam zersetzenden Pier und tollen Fotoperspektiven – sogar bei bewölktem Wetter…
Montag, 8. Februar 2010
Von hinten hui, von vorne pfui… Jetzt kommt es ganz darauf an, wo beim Mt. Cook nun hinten und vorne ist. In meiner Welt sind wir heute vorne angekommen…
Um die zur Stromgewinnung gestauten Seen Waitaki, Aviemore und Benmore herum herrscht Dürre. Auf dem Weg zum größten Berg Neuseelands fahren wir durch staubtrockene Graslandschaften. Wie eine Steppe, die Australier würden es Outback nennen… Kaum Vegetation, ein endloses Nichts. Das Wasser im Lake Pukaki erinnert uns an das surreal blaue Wasser in der Hokitiki Schlucht an der Westküste. Wir lernen, dass „Felsen-Mehl“, Sedimente aus dem Stein, schuld an der milchig blauen Färbung sind. Die Seen hier sind durch alte Gletscher entstanden, die aufgrund ihrer Bewegung Steine mit ins Tal transportierten, die über andere Steine geschliffen sind. Durch die Bewegung wurde die mehlige Substanz frei gesetzt, die bei entsprechender Sonneneinstrahlung Wasser milchig färbt. Gute 50 km lang führt der Weg an dem riesigen See in Richtung Mt. Cook: Links von uns ist neben den wenigen Nadelbäumen, die hier wachsen, immer noch nur Steppe. Das Wasser des Sees lässt die Gegend nicht ergrünen und der geringe Niederschlag (unter ein Meter im Jahr!) reicht offenbar auch nicht.
Bei allerschönstem Sonnenschein erreichen wir die „Stadt“ Aoraki/Mt. Cook, die aus einem Hotel, Motels, einer Jugendherberge und einem Campingpaltz besteht. Wie wandern den beliebtesten Wanderweg durchs Hooker Tal zum Ende des Hooker Gletschers – und zurück. In der prallen Sonne in kurzer Hose an in Wasser schwimmenden Eisbergen vorbei – so nassgeschwitzt, dass die Frau, die wir treffen fragt, ob wir im Wasser gewesen wären… Surreales Neuseeland. Die zweite Wanderung führt uns zum jüngsten See Neuseelands, dem Tasman Lake, der seit einigen Jahren aus dem Tasman Gletscher entsteht. Vor 14.000 Jahren war an der Aussichtsplatform über uns noch 700 Meter hohes Eis…
Zugegeben: Ich bin ein bisschen enttäuscht von Mt. Cook. Zumindest auf dieser Seite. Wie majestätisch er doch auf der anderen Seite der Bergkette auf mich gewirkt hat. Mit all dem Grün um ihn herum, den riesigen Gletschern, dem Meerwasser… Hier auf der dürren, der anderen Seite, verliert der Berg seine Magie und Ausstrahlung und ist irgendwie nur noch „ein Berg“…
Dienstag, 9. Februar 2010
Glück im Unglück: Es sind nur eine kleine Schürffwunde und zwei ziemlich dicke blaue Flecken. Meine Kamera ist nicht beschädigt und meinen Kopf konnte ich auch so drehen, dass er nicht auf die Felsen knallt. Alles gut also. Puh. Immer diese Lebensgefahr-Situationen… Dabei war der Weg zwar in der Tat ein bisschen wilder als die zahlreichen anderen Wege die wir wanderten, aber dass er sooo gefährlich sein könnte… Hier im Peel Forest, wo nach einer ca. zweistündigen Fahrt weg vom Mt. Cook und einem anderen Gletschersee, dem Lake Tekapo mit seiner alten historischen Kirche, die Vegetation schlagartig grüner wurde, sind die Wanderwege heute matschig, verwinkelt und anscheinend nicht von ganz so vielen Touristen frequentiert. Zu den drei Wasserfällen Acland, Emily und Rata, die wir uns anschauen wollen, führen drei unterschiedliche Wege, jeweils ein bis zwei Stunden lang, die durch tiefen Wald, kleine Bäche und entsprechende Bachläufe hinauf führen. In den vergangenen Tagen muss es hier kräftig geregnet haben, denn das Holz auf dem Weg und die vielen Steine und Felsen sind verdammt rutschig. Der Weg zu den Acland falls ist der kürzeste – sie sind aber auch mit Abstand die Kleineren und nicht ganz so imposanten. Emily und Rata dagegen sind etwas größer, vielleicht 5 Meter hoch? Das ist – verglichen mit dem was wir bisher sahen – nicht viel aber sehenswert, vor allem weil um die Wasserfälle herum alles grünlich moosig ist und den Anblick abrundet.
Auf dem Weg zurück von den Rata Fällen bin ich auf einmal unachtsam, rutsche am Bachlauf auf Steinen aus und Falle ziemlich blöd… Gut, dass es keine offene Wunde ist, hier im Wald, im Nichts… Meine Kamera instinktiv so gehalten, dass nur mein Hinterteil und mein Knie gegen Steine fallen (ich will gar nicht wissen, welche Gedanken in meinem Kopf da WAS bewirkt haben…), konnte ich nach fünf Minuten sammeln wieder vorsichtig weiter wandern. Doof nur: Meine Hose, die sowieso schon nen großen Riss hatte, ist jetzt total kaputt. Macht nichts, Christchurch kommt, ich kann shoppen gehen!
Heute am Dienstag kommen wir schließlich nach weiteren zwei Stunden Autofahrt durch relativ eintöniges Farmland (immerhin grüner und abwechslungsreicher als in den letzten Tagen) und vorbei an der imposanten Rakaia Schlucht in Christchurch an, wo uns Rachel, die wir am Fox Gletscher trafen, eben herzlich empfangen und bei sich zu Hause aufgenommen hat. Eben haben wir Bongo, unsere Perle, gewaschen und gesaugt und alles zum Verkaufen fertig gemacht. Morgen wird es ernst: Bongo wird gelistet, im Internet und auf schwarzen Brettern in Jugendherbergen in der ganzen Stadt. Und dann müssen wir auf Interessenten warten. Und hoffen. Leider – aber das wussten wir schon – ist die Hauptreisesaison gerade jetzt zu Ende gegangen und sowieso starten die meisten Backpacker – so wie wir es taten – ihre Tour im Norden, in Auckland. Als Folge dessen sind Autos dort viel teurer (der Markt bestimmt den Preis) und die Auswahl geringer, weil viel mehr Nachfrage herrscht. Daumen drücken!
Ich hatte befürchtet, dass dieser Teil der Reise nicht mehr sooooo toll sein wird wie die zwei letzten Teile… Es war wunderschön, keine Frage. Aber eben nicht mehr so magisch. Es waren auch nicht die Reiseziele, die in den letzten zwei Teilen die Highlights ausgemacht haben und unserer Reise eine andere Struktur gaben. Seien es die Gletscher oder der Abel Tasman National Park, seien es die Pfannkuchen (dieser Name…) oder einige Schluchten und Höhlen, von denen wir lasen und die wir zielstrebig anfuhren. Die wundervolle, reine Natur der nördlichen und westlichen Südinsel war das bisherige Highlight, was mein Herz höher schlagen lies als manch anderes Reiseerlebnis zuvor… Dieser Teil dagegen war geprägt vom Reisen, vom Fahren durch die Landschaft. Der Weg das Ziel, immer auf der Suche nach Highlights. Und diese waren in der Tat die Tiere. Pinguine, Robben, Albatrosse, Seelöwen – die Liste ist lang. Lediglich Delfine und Wale haben wir leider nicht gesehen. Die einen, weil wir 15 Minuten später als andere Touristen an DEM Delfin-Punkt schlechthin ankamen, die Anderen, weil sie im Sommer eher weit weg von Australien und Neuseeland leben…

































































































[...] Seit diesem Wochenende: Ene Besuch im Zoo. Nae wat is dat schoen. [...]
[...] Fall fuehlte ich mich schliesslich, als ich wagemutig von hohen Bruecken in eisiges Wasser sprang, um schliesslich eines der schoensten Naturhighlights zu erleben: Pinguine, die in der Wildnis zum Gr…! Doch auch das schoenste Abenteuer geht vorbei: Abenteuer-Abstinenz. Viel [...]