Ich bin Patenonkel! :)

9 06 2010

Also doch! Man muss einmal um die halbe Welt reisen, damit Deutschland endlich Europameister wird? Und damit der Praesident so urploetzlich sein Amt niederlegt? Und es den allerkaeltesten und haertesten Winter gibt? Und ueber ganz Europa keine Flieger fliegen? – Wahrscheinlich wird Deutschland jetzt auch noch Weltmeister. Ich warne dich, Deutschland!

Randnotiz: Seit wenigen Tagen sind endlich alle Fotos meiner Neuseeland-Reise online. Sie sind wunderschoen und dokumentieren eindrucksvoll die einzigartige Natur und bewundernswerte Schoenheit dieses majestaetischen Landes: Weit entfernt im hohen Norden hat die Reise begonnen, bevor wir am oestlichsten Punkt der Erde den Tag als erste Menschen dieses Planeten beginnen sahen. Endgueltig in den Bann des Paradieses gezogen fuehlte ich mich schliesslich auf der Suedinsel. Im Abel Tasman National Park habe ich meinen Slogan fuer 2010 gefunden: Freedom. Wie im freien Fall fuehlte ich mich schliesslich, als ich wagemutig von hohen Bruecken in eisiges Wasser sprang, um schliesslich eines der schoensten Naturhighlights zu erleben: Pinguine, die in der Wildnis zum Greifen nah an mir vorbei gehen! Doch auch das schoenste Abenteuer geht vorbei: Abenteuer-Abstinenz. Viel Spass!

Es war einer dieser Sonntage, auf den ich lange gewartet habe! Nicht nur, dass ich nicht arbeiten musste am Sonntag vor einer Woche. Nein, viel besser: Das Finale des Eurovision Song Contest wurde uebertragen. Wer mich kennt weiss, dass ich mich kein bisschen um diese Szene schere und eigentlich auch nie vorher viel ueber die Interpreten lese – das Spektakel an sich tue ich mir aber immer ganz gerne an! Letztes Jahr beispielsweise mit meinen Freunden Anna und Vanessa in Mainz – und dieses Jahr in Australien, Sydney. Durch die Zeitverschiebung wurde das Finale im australischen Fernsehen nur life on tape mit ein bisschen Zeitverzoegerung gezeigt: Sonntagabend, also gute 15 Stunden nach dem richtigen Finale. Das bedeutete fuer mich: Computerverbot von Samstag bis Sonntag! Zu gross war die Gefahr, dass ich an nuetzliche Informationen komme, die ich gar nicht haben wollte, zumindest nicht bevor ich das Finale sah.

Immer noch mein liebster Eurovision-Song. Alexander Rybak’s Fairytale:

Abends trafen wir uns mit zahlreichen Freunden zu einer Eurovision Party in der Art Factory. Unglaublich, dass nicht nur die europaeischen Gaeste sondern offenbar auch die Australier (die ja irgendwo eh alle Europaeer oder Asiaten sind… Seien wir mal ehrlich!) ziemliche Fans vom Eurovision Song Contest sind. Und so ging der Abend feuchtfroehlich geradewegs auf das Finale zu, bis schliesslich das Unglaubliche passierte: DEUTSCHLAND gewinnt den Eurovision Song Contest. Der Rest ist Geschichte… Nur das noch: Es war mit Abstand die beste Eurovision Party, die ich in meinem Leben hatte!

Der Gewinnersong aus diesem Jahr:

Abschied nehmen wollte ich diesen Blogeintrag eigentlich nennen. Unglaublich, wie schnell auch dieses Semester vergangen ist: Kaum haben wir alle zusammen begonnen und neue Freundeskreise erschlossen, schon fingen die ersten an, die Tage rueckwaerts zu zaehlen: Sofia, mit de rich durch Rik recht viel gemeinsam gemacht habe, ist schon jetzt auf Reisen an der Westkueste. Cyril, mittlerweile einer meiner besten Freunde hier in Sydney, zaehlt auch schon seine letzten Tage in dieser wunderschoenen Stadt. Und ich? Ich bin auch nicht mehr lange hier…

Eines der schoensten Stuecke aus diesem Jahr:

…aber fuer die Zeit, in der ich noch in diesem wunderschoenen Land und vor allem dieser wunderschoenen Stadt bin, bin ich ganz froh endlich wieder ein Visum zu haben. Was war geschehen? Ich habe meinen Studiengang ja von Study Abroad auf Master in Australien beenden gewechselt. Das aendert eigentlich nichts an meinem gesamten Studium ausser, dass ich nicht mehr in Hamburg eine Masterarbeit ablegen muss. Eigentlich. Mein Studentenvisum wurde durch diese Entscheidung leider ungueltig, weil Studieren ohne einen Abschluss hier zu machen eine andere Unterklasse ist als eben mit Abschluss. Und das hiess: Neues Visum beantragen – und leider auch noch einmal die gesamte Bearbeitungsgebuehr von $540 hinzublaettern, was gut 375 EURO entspricht. Verdammte Axt. Der gesamte Prozess hat schliesslich mehrere Monate gedauert, weil ich natuerlich einige Dokumente nochmals brauchte und meine Professorin Wendy Bacon sich mit mir dafuer eingesetzt hat, dass ich fuer etwas was ich faktisch schon besitze, nicht nochmals zahlen muss. Leider ohne Erfolg wie wir am Ende feststellen mussten. Australien ist eben doch Luxus…

Ebenfalls toll:

Der Hauptgrund in Australien zu sein ist natuerlich mein Master in Journalistik. Und an diesem sitze ich nun in den letzten Zuegen. Schon im letzten Blogeintrag habe ich meine Masterarbeit vorgestellt und mittlerweile bin ich nach einer Nacht auf Platform 1 des Hauptbahnhofs in Sydney einen Schritt weiter: Ich befinde mich im Schnittstudio und darf knapp zehn Stunden Material sichten, schneiden und zu einer halbwegs ertraeglichen Dokumentation zusammenschneiden. Was ne Aufgabe! Meine neue Adresse also fuer tagsueber: University of Technology, Sydney.

In Deutschland passieren gerade wundervolle Dinge! Aneta, meine Lieblingscousine, wird zum zweiten Mal Mama. Und ihr Mann Silvester und sie haben sich dazu entschieden, dass ich Patenonkel von Adrian werde! Was fuer eine unglaubliche Ehre! Nur leider wird mich Adrian fuer eine ganze Weile nicht sehen, da ich noch auf der anderen Seite der Welt bin. Daher hat Aneta mich auf die Idee gebracht, etwas ganz persoenliches fuer Adrian zu erstellen, um so in seiner Naehe zu sein. Ein Buch beispielsweise oder Briefe… Nun, es wurde ein Blog. Das ist aktuell. Und zeitgemaess! :)

[Update! Oh mein Gott, ich bin Patenonkel! Adrian ist heute auf die Welt gekommen! Herzlichen Glueckwunsch, Aneta! Alles Gute, Silvester! Und HAPPY BIRTHDAY, ADRIAN!]

Leider nicht einmal ins Finale geschafft: Der heimliche Favorit aus dem Kaesestaat:

Waehrend in Deutschland so viele Dinge geschehen, muss ich mir hier in Australien natuerlich Gedanken ueber meine nahe Zukunft machen. Ich bin niemand, der sich mit 30 hier oder da sehen will. Im Gegenteil: Die positive Ungewissheit macht gerade Spass. Trotzdem sind einige Plaene und Ideen auf dem Tisch – und bald auch in meinem Blog nachzulesen. Die ganz nahe Zukunft jedoch steht schon fest: Mama, Papa und Thomas werden in knapp fuenf Wochen zu ihrem laengsten Roadtrip aufbrechen: Sie besuchen mich in Australien! Daher bin ich auch schon in den Planungen fuer einen Roadtrip, der sich gewaschen hat! Australien, wir kommen!

Doch die wohl wichtigste Mission fuer die kommenden Wochen: Weltmeister werden. Meine neue Adresse also fuer nachts ab Freitag: Darling Harbour, Fifa Fan Fest. Hau’ rein, Deutschland.

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